Economy Class Oberfläche: ein rohes Stereolithographie-Teil, entnommen aus der Maschine ohne Überschleifen der Oberfläche. Die Baustufen sind am Bauteil sichtbar.

Oberflächentechnik bei Urmodellen und
deren Anwendung in der Fertigungskette

 

Finishing-Prozess: das Bauteil Economy wurde durch Schleifen bis zum 320er Korn auf First Class verfeinert (rechts), zusätzlich mit Spritzkitt und Feinschliff behandelt (Mitte) und dann nochmals Top lackiert (links). Optimale Basis für perfekte, seriennahe Oberflächen, wie sie durch weitere Lackierprozesse realisiert werden.

Stereolithografieteile Finish

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Lackieren

Eine optimale Beschaffenheit der Oberflächen des Urmodells ist die Grundlage für eine makellose Vervielfältigung im Vakuumguss mit Silikonwerkzeugen. Die Aufbereitung der Urmodelle vor dem Einformen in Silikon erfolgt so, dass sie von ihrer Oberflächenbeschaffenheit her nur schwer von den späteren Serienteilen zu unterscheiden sind. Die Oberflächen werden hausintern aufgesprüht.

Die von uns produzierten Prototypen kommen äußerst nahe an die Anforderungen der späteren Serienteile heran und das in Fertigungszeiten von wenigen Wochen oder Tagen.

Neben den im Anschluss beschriebenen Lackierungsqualitäten Softtouch, Erodierstrukturen und Hochglanz stehen weitere Spezialeffekte, partielle Lackierungen und Metalliclackierung zur Disposition.

Beispiel: Prototyping Oberflächenmöglichkeiten für ein TV Remote Control Modell

   

1) Referenz 27
2) Referenz 21
3) Referenz 24
4) Glanz

 

Erodierstrukturen

Erodierstrukturen werden im Prototypenbau durch spezielle Lackiertechniken – zum Teil durch Strukturlacke – ermöglicht. Genau wie in der Serienfertigung halten wir uns dabei an die Referenzoberflächen 21 bis 36 der Richtlinie VDI 3400.
Wir haben Technologien entwickelt, die die Oberflächenstrukturen von Modellen und Vakuumgussteilen optimal simulieren und 1zu1 den späteren Serienoberflächen entsprechen. Basis für das Herstellen eines Modells mit einer Erodierstruktur nach genauer Referenz ist immer ein perfekt gefinishtes Urmodell. Meist ist dies ein Stereolithografieteil, das auf First-Class-Qualität geschliffen (Korngröße 320), spritzgekittet und zuletzt feingeschliffen wurde.

Hochglanzlackieren

Ist statt einer Erodierstruktur eine Glanzoberfläche gefordert, wird das Modell hochglanzlackiert und hochglanzpoliert. Erfolgt dies beidseitig, kann das Modell auch für ein transparentes späteres Bauteil dienen. Hochglanz kann auch durch Metallisieren und Beschichten erzeugt werden, wie weiter unten ausgeführt wird.

   

Transluszente Optik: hier z.B. infrarot-durchlässig.

 

Transluzente Optiken

Je nach Bedarf können auch transluzente Optiken erzeugt werden. Dies geschieht mit Vakuumgussteilen aus transparenten, auf Wunsch farbigen Harzen, bei denen beispielsweise die äußeren Oberflächen mit Erodierstruktur und die inneren mit Hochglanz bearbeitet werden.

Sonderoberflächen

Je nach Anforderung gibt es weitere Möglichkeiten für die Oberflächengestaltung wie z. B: lackiert und glasgeperlt oder sandgestrahlt, rutschfest durch Lackierungen analog Erodierstruktur Referenz 46, 3-D-Effekte (transparenter Werkstoff, allseitig hochglänzend, innen farbig lackiert).

Softtouchlackierung

Die Softtouchlackierung gibt dem Bauteil eine besondere Haptik, die sich wie eine leichte Gummierung anfühlt. Dabei bringen wir spezielle Lacke in Schichtdicken im Zehntelmillimeterbereich transparent auf ein gefärbtes Modell oder ein durchgefärbtes Vakuumgießteil auf. Dieser Prozess entspricht exakt dem des Serienverfahrens.

   

Metallisierte Oberfläche in Chromfarbe

Metallisieren und Beschichten (mit und ohne Hochglanz)

Das Beschichten der Oberflächen von Urmodellen und Vakuumgussteilen kann durch unterschiedliche Verfahren erfolgen: Für Metalle durch Schmelztauchen, Flammspritzen, Galvanisieren, Bedampfen und stromloses Abscheiden.
Für Vakuumgussteile aus Polyurethanen eignet sich die Metallisierung (Bedampfen), um einen Chromeffekt zu erzielen. Im Hochvakuum wird auf perfekt vorbehandelten Kunststoffteilen ein dünne Metallschicht aufgebracht. Speziell durch das Bedampfen mit Aluminium wird so auf beliebigen Geometrien eine hochglänzende Schicht erzeugt, die Reflektionsgrade von über 90 Prozent erreichen kann. Diese Metallschicht muss gewöhnlich nachbehandelt werden, um sie vor schädigenden Umwelteinflüssen zu schützen. Je nach Anforderung können die Teile mit einer Schutzschicht bedampft oder mit Speziallacken versiegelt werden.
Das Herstellen einer Chromoptik verlängert den Fertigungsprozess um ca. fünf Tage und erfordert bei Vakuumgussteilen ein Material mit 90 °C Temperaturbeständigkeit.
Voraussetzungen für Chromoptik:

  • STL- und FDM-Urmodelle können metallisiert werden (Ausführung in First-Class und Vorbereitung mit Lackieren und Schleifen)
  • Reifenfreie Oberfläche geschliffen mit 2000er-Körnung
  • Nachträgliches Versiegeln mit Hochglanzspeziallacken

Hochglänzende Oberflächen für Urmodelle und Vakuumgussteile sind nicht nur in Silber (Simulation von Verchromung) sondern auch in allen anderen Farben möglich.

   

Lasersinterteil, rot lackiert

Lasersinterteil, partiell unterschiedlich lackiert

 

Oberflächenfinish auf Lasersinterteilen

Lasersinterteile werden normalerweise aus Polyamiden hergestellt und können daher nur schwer gefinisht werden. Sehr einfach ist es jedoch, die Bauteile in Wunschfarben zu lackieren. Durch die saugende Oberfläche dringt der Lack leicht ins Bauteil ein und durchfärbt es nahezu. Die Kosten dafür sind minimal. Jede Farbgebung ist möglich.
Um die Lasersinterteile mit besseren Oberflächen zu versehen, können sie mit Spritzkitt behandelt und dann farbig lackiert werden. Leichte Oberflächenmängel sind aufgrund des rauen Ausgangsmaterials allerdings möglich.
Die feine Baustufung liefert aber in jedem Fall ansprechende und zugleich kostengünstige Modelle.

Druck und Beschriftung

Beinahe als Exklusivanbieter ermöglichen wir das Bedrucken und Beschriften von Urmodellen und Vakuumgussteilen. Dabei wird die Durchlaufzeit der Fertigung um zwei bis drei Tage verlängert.

Tampondruck

Hier wird ein Klischee eingefärbt und dann mit einer Rakel die überflüssige Farbe abgezogen, damit nur in den eingeäzten Vertiefungen Farbe bleibt. Der Silikontampon fährt auf das Klischee, nimmt die Farbe aus den Vertiefungen auf und überträgt sie anschließend vom Tampon auf das Teil.

Siebdruck

Über einen Rahmen werden Siebgewebe aus Chemie-, Naturfasern oder Metalldrähten gespannt. Die Feinheit des Gewebes und die Fadenstärke orientieren sich an der Druckauflösung und an der Viskosität des Lackes. Auf das Siebgewebe wird die Schablonenschicht manuell oder fotomechanisch aufgetragen, dabei bleibt das eigentliche Druckmotiv offen. Durch diese offenen Stellen wird die Farbe auf das Teil gedruckt (man fährt dabei mit einer Gummirakel über das Sieb). Aufgrund des Siebgewebes sind alle Strukturen gerastert. Die Elastizität der Siebe garantiert höchste Passgenauigkeit und damit sehr gute Druckergebnisse.

Laserbeschriftung

Modelle (Vakuumgussteile etc.) werden im Normalfall mit einer Lackschicht überzogen. Durch das gezielte Lasern des Schriftzuges wird an dieser Stelle der Lack wieder abgetragen und die drunter liegende Oberfläche kommt in ihrer ursprünglichen Farbe zum Vorschein. Als Basis für die Laserbeschriftung benötigen wir einen PDF-Datensatz des Schriftzuges und eine Bilddarstellung mit exakten Maßen der Schrift und Platzierung auf dem Bauteil. Diese Methode ist auch an 3-D-Bauteilen möglich (z. B. auf gekrümmten Oberflächen).

Wir setzen alles daran, Ihren Wunsch 1zu1 am Original umzusetzen!