Arbeitsabläufe beim Kunststoff Vakuumguss in Silikonformen
Urmodell
Im ersten Schritt wird die Oberfläche des Urmodells so aufbereitet, dass sie dem
späteren Serienteil entspricht. Dabei können Erodierstrukturen und Narbungen
ebenso aufgebracht werden, wie Hochglanz-Oberflächen. Das Urmodell kann dabei aus
beliebigen Materialien wie Holz, Metall oder Kunststoff sein. »Saugende« Werkstoffe
wie etwa Holz, müssen jedoch im Vorfeld versiegelt werden.
Formkasten
Ausgehend von diesem aufbereiteten Urmodell wird zunächst ein Silikon-Gießwerkzeug
hergestellt. Nach Festlegung von Anguss und Trennebene wird das Urmodell in einen Gießrahmen
gestellt. Befüllung
Verwendet werden meist additionsvernetzende RTV-2 Silikonkautschuke im Verhältnis
1:10. Die erforderliche Silikonmasse wird gut gemischt und im Vakuum vorevakuiert. Nach
dem vorsichtigen Befüllen der Form im Vakuum wird die Silikonmasse um das Modell gegossen.
Silikonhärtung
Das Aushärten der Form geschieht in einem Wärmeofen bzw. bei Raumtemperatur.
Nach vollständiger Aushärtung des Silikons kann das Modell aus der Gießform
entformt werden.
Entformung
Beim Entformen des Modells wird der Silikonblock an der vorher festgelegten Trennebene
mit einem Messer aufgeschnitten. Im äußeren Bereich der Trennebene wird ein
Wellenschnitt angelegt, sodass Ober- und Unterteil später zueinander zentrieren.
Gießharze vorbereiten
Die Herstellung der Vakuum-Gießteile erfordert zunächst das Abwiegen und
Evakuieren der einzelnen Harz- und Härterkomponenten. Die meisten PU Gießharzsysteme
bestehen aus zwei Komponenten, in Einzelfällen aber auch aus mehreren. Die Einzelkomponenten
werden dem Mischverhältnis und der Gießmenge entsprechend abgewogen und in der
Gießanlage platziert.
Mischen und Vergießen
Unter Vakuum werden die PU-Gießharzkomponenten vermischt und verrührt, dann
in die darunter stehende Silikonform vergossen.
Aushärtung der Gießteile
Um den Aushärtungsprozess der Kunststoffe zu beschleunigen, kann die vollgegossene
Form in einem Wärmeschrank platziert und unter erhöhten Temperaturen beschleunigt
werden. Da die Aushärtetemperaturen aber einen Einfluss auf den Schwund des Teiles haben,
müssen die Härtetemperaturen entsprechend exakt gewählt werden.
Entformung und Finish
Nach vollständigem Aushärten kann das fertige Teil der Form entnommen und
gefinisht werden. Der Anguss wird sauber entfernt, die Steiger (Entlüftungen) säuberlich
vom Bauteil getrennt und verschliffen. Je nach Bedarf wird das Bauteil nochmals nachgeschliffen,
ev. poliert oder einer weiteren Oberflächenbehandlung zugeführt (Lackieren, etc.).
Höher Temperatur beständige Teile werden danach zusätzlich in einem Temperprozess
auf die Temperatureigenschaften des Werkstoffs getrimmt.
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