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Rapid Prototyping
Mit Einführung der CAD/CAM-Technologien und der starken Verbreitung von PC basierenden
3D-Programmiersystemen, ist die Möglichkeit der direkten Modellherstellung auf der
Basis von Konstruktionsdaten gegeben. Diese Methode wird von den so genannten Rapid Prototyping
Verfahren, ein Oberbegriff für die schnelle Herstellung von Modellen und Prototypen,
konsequent genutzt. Primär kann beim Rapid Prototyping auf den Einsatz von Formen
und Werkzeugen verzichtet werden, so dass eine wesentliche Kosten- und Zeitreduzierung
bei der Prototypenfertigung erzielt wird. Neben dem erheblichen Potenzial durch die schnelle
Verfügbarkeit von Prototypen ist auch die Möglichkeit zu kurzfristigen Änderungen
während der Entwicklung gegeben.
Sämtlichen Verfahren zur Urmodellherstellung im Rahmen des Rapid Prototyping Prozesses
ist der generelle Ansatz des schichtweisen Aufbaus von Bauteilen gemeinsam. Ausgangspunkt
ist jeweils die Bereitstellung von Geometrien auf der Basis von CAD-Daten. Der Fertigungsablauf
gestaltet sich in drei Schritten.
- Ein Modell oder eine Modellkomponente wird auf einem 3D-CAD/CAM-System entworfen.
Das Modell, das das physikalische Bauteil repräsentiert, muss durch geschlossene
Oberflächen dargestellt werden. D. h. die Daten geben die innere und äußere
Kontur wieder. Für Vollkörper entfällt die Angabe einer inneren Kontur,
da die Äußere bereits eindeutig das einzuschließende Volumen darstellt.
- Das Modell wird anschließend in ein Datenformat übertragen, das als STL-Format
bezeichnet wird (STL bedeutet an dieser Stelle nicht wie oft angenommen »Stereolithografie« sondern »Standard
Transformation Language«). Das STL-Format nähert die Oberflächen durch
Polygone an, wobei für stark gekrümmte Flächen relativ viele Polygone
notwendig sind, um eine ausreichende Näherung zu erhalten. STL- Dateien können
hohe Datenmengen umfassen und somit den Datentransfer erschweren.
- In einem dritten Schritt wird das Modell im Slice- Prozess in Schnittebenen zerlegt
und sukzessive mit dem jeweiligen Verarbeitungsverfahren physikalisch aufgebaut.
Die verwendeten Werkstoffe, die bei den kommerziell verfügbaren Verfahren zur zeitreduzierten
Modellgenerierung zum Einsatz kommen (Kunststoffe, Wachse, Papier) machen den Einsatz
der so hergestellten Muster für Funktionstests nur bedingt möglich. Die Folge
sind gießtechnische Nachfolgeverfahren, beispielsweise Kunststoff-Vakuumgießen
mit Polyurethan- Gießharzen zur Herstellung von funktionsfähigen Prototypen
in Kunststoff. |
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